Ich im Wir


"Diese Weisheit der Sufi, die als Mystiker einen sehr liebevollen und toleranten Islam lehren, wo das Wort „Tötung“ nicht einmal vorkommt, ist in dem nunmehr seit 15 Jahren bestehenden Chak-e-Wardak-Hospital in Afghanistan zu meinem persönlichen Leitmotiv geworden.

Wie ein unermüdlich pumpendes Herz in einem Organismus, so erfüllt auch dieses Hospital eine vielfältige zentrale Aufgabe, welches seine Umgebung am Leben erhält – und auch umgekehrt durch viele Blutgefäße verschiedener Form, Größe und Funktion in einem Netzwerk an Aufgaben ernährt wird und seine Leistung vollbringt.

Dieses Netzwerk besteht aus sehr vielen Personen, die alle nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten sich einbringen in dieses Projekt, es vorwärts bringen und am Leben erhalten!

Jede einzelne Person ist Teil des Ganzen!!

Unabdingbare Elemente dieses Ganzen sind das „Komitee zur Förderung medizinischer und humanitärer Hilfe in Afghanistan e.V.“, die vielen Spender, die afghanischen und die deutschen Freunde.

Ich selbst fühle mich dort in meiner „Managementfunktion“ als Motivator – meine eigene Motivation ist die enorme Verantwortung, die dieses Projekt mir als Verpflichtung auferlegt hat und auch weiter einfordert.

Oft werde ich nach dem Erfolgsgeheimnis des Hospitals gefragt.

Es ist eigentlich ganz einfach!

Hilfe darf man nicht von oben einem bestehenden System überstülpen und es damit überfordern, sondern man muss Veränderungen mit aller Toleranz - und oft auch Akzeptanz bestehender Strukturen - ganz behutsam von unten nach oben wachsen lassen.

Im kriegsgeschüttelten Afghanistan blieben diejenigen Afghanen ihrem Land treu, die weder über Geld noch Beziehungen verfügten, ein Leben im Westen zu führen. Sie haben es nun doppelt so schwer, einen Wiederaufbau zu realisieren.

Umso mehr hat ihr menschliches Leid zahlreiche Menschen berührt und ihren Wunsch zur Hilfe geweckt.

Ihnen allen gebührt unser großer Dank.

Seien Sie alle versichert – die Menschen in Afghanistan wissen dieses tief zu schätzen!

Ihre Karla Schefter"